Theaterpädagogisches Zentrum Münster e.V.

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48143 Münster

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Theaterspielleitung für LehrerInnen u.a.

Theaterspielleiter/in im Praxisfeld Schule (19. Lehrgang)

Zielgruppe: Lehrer/innen, Referendar/innen, Student/innen und andere Interssierte

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Dauer: 8 WE  im Zeitraum von 9 Monaten

Start des neuen Lehrgangs: 04./05.03 2017


I. Einführung

In keinem anderen kulturellen Bereich – sei es Musik, bildende Kunst, Literatur – findet eine so direkte körperliche und geistige Auseinandersetzung mit der eigenen Person und einem Gegenüber statt wie im Theater.
Die zu gestaltenden Materialien sind die unmittelbaren und menschlichen Verhaltensweisen selbst: Sprache, Bewegung, Mimik, Interaktion und Gestik. Alle diese sind alltägliche Kommunikationsäußerungen. Im Theater lassen sich alle Inhalte transportieren, alle Aussagen und Gefühle vermitteln, die in zwischenmenschlichen Interaktionen und Aktionen ausdrückbar sind.
Gestiegenes Interesse an theaterpädagogischen Inhalten, Methoden und Anwendungsgebieten gaben uns den Anstoß verschiedene Fortbildungskonzepte zu entwicklen.
Das vorliegende Angebot richtet sich an Menschen, die im Praxisfeld Schule leben und arbeiten, an alle, die mit Kindern und Jugendlichen Theater spielen wollen oder Darstellendes Spiel in der Schule anbieten möchten.
Die Fortbildung vermittelt eine Basisqualifikation für die Leitung von Schultheatergruppen und für den Unterricht in allen Schulstufen und – formen.

II. Ziele

Hauptziel ist die Förderung und Vertiefung der persönlichen Ausdrucksmöglichkeiten und spielerischen Fähigkeiten, sowie die Erprobung und gedankliche Reflexion von Spielprozessen innerhalb einer Gruppe.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen das Theaterspiel als künstlerische und pädagogische Ausdrucks- und Lernform kennen und anwenden und verschiedene spiel- und theaterpraktische Methoden kennen.
Dieses Ziel soll durch die sehr praxisorientierte Auseinandersetzung mit Spiel- und Probenprozessen innerhalb einer Gruppe erreicht werden.

III. Fortbildungsstruktur

Das Angebot umfaßt 8 Wochenenden mit insgesamt 96 Unterrichtsstunden.
Der Gesamtzeitraum erstreckt sich über 9 Monate.

Termine: Jeweils Samstag 10 – 17 Uhr und Sonntag 10 – 14 Uhr

1. WE : 04./05.03.2017
Die Gruppe wird spielfähig

2.WE: 01./02.04.2017
Biografisches Theater

3. WE : 06./07.05.2017
Entwicklung von Figuren

4. WE : 10./11.06.2017
Der “respektlose” Umgang mit bekannten Geschichten

5. WE : 08./09.07.2017
Grundlagen Schauspiel: Die SchauspielerIn und ihr Instrument

6. WE : 09./10.09.2017
Rollenstudium/ Regiearbeit

7. WE : 07/08.10.2017
Praxis WE 1

8. WE : 25./26.11.2017
Praxis-WE 2

Kosten:
680.- € / 600.- € erm.
(auch in 8 Raten á x 85.- € / 75.- € zahlbar)

Bitte überprüfen Sie, ob Sie Anspruch auf “Bildungsscheck” oder “Bildungsprämie” haben. Hierdurch würden sich die Kosten für die Fortbildung halbieren.

IV. Fortbildungsinhalte

1. WE : Die Gruppe wird spielfähig

Im Mittelpunkt steht neben dem Kennenlernen der Gruppe, das Herstellen der eigenen theatralen Spielfähigkeit. Hierzu werden Übungen im Bereich: Warming up – Körperarbeit – Konzentration – Kooperation – Sinnesschulung praktisch kennengelernt.
Das Erfahrene kann unmittelbar in der beruflichen Praxis umgesetzt werden.

2. WE : Entwicklung von Figuren

Wie entwickelt man eine Figur und wie tritt sie in Kommunikation mit ihrer Umwelt? Ausgehend von Bewegungsmustern, inneren Bildern und Rollenbiografien soll sich in Figuren eingefühlt und ein Figurenprofil erarbeitet werden. Anschließend begegnen sich die Figuren in sehr alltäglichen und sehr absonderlichen Situationen, sie treten in Beziehung zueinander, kommen sich näher und dringen dabei immer tiefer in ihr Innenleben vor.
Dabei dienen Texte, Fotos oder Requisiten als Ausgangspunkt.

3. WE : Der “respektlose” Umgang mit bekannten Geschichten

Es sollen mehrere Möglichkeiten gezeigt werden, die als Ausgangspunkt einer Geschichte dienen und mit denen szenisch weitergearbeitet werden kann.
Einfach naiv spielerisch mit Texten großer Klassiker umgehen, sie zerschnippeln, neu zusammensetzen, andere Akzente finden. Alles ist möglich.
Warum nicht den Respekt vor den Texten der großen Klassikern verlieren, einfach naiv spielerisch mit ihnen umgehen, sie zerschnippeln, neu zusammensetzen, andere Akzente finden?
“Romeo und Julia” einmal ganz anders erzählen und szenisch den SchülerInnen nahe bringen als durch ausschließlich mühsames Lesen Szene für Szenen, in “Faust” ganz respektlos neue Dialoge einführen oder “Kabale und Liebe” als Komödie versuchen.
Alles ist möglich.

4. WE : Improvisationstheater

In dieser Veranstaltung wird den TeilnehmerInnen ein Theaterverständnis vermittelt, welches ihnen ihre Sprache und Phantasie läßt und dabei auf ihren Einfallsreichtum, ihre Spontaneität und Situationskomik setzt.
Übungen zum Herstellen der eigenen theatralen Spielfähigkeit und zum Zusammenspiel ohne vorherige Absprache stehen im Mittelpunkt. Auf sehr komödiantische Art streifen wir dabei sämtliche Theaterformen von klassischer Oper bis zum Boulevardtheater.

5. WE : Grundlagen Schauspiel – Die SchauspielerIn und ihr Instrument

An diesem Wochenende werden schauspielerische Grundlagen erarbeitet.
Atem- und Stimmbildung, das Entdecken des individuellen Atemrhythmus und der Umgang mit der eigenen Sprechstimme, Förderung der Körperwahrnehmung, des Körperausdrucks und der körperlichen Durchlässigkeit, Raum- und Selbstwahrnehmung, Sensibilisierungs- und Konzentrationsübungen, Impuls- und Focusübungen, als auch die Arbeit an der inneren und äußeren Haltung bilden hierfür die Basis.
Anhand von verschiedenen Gruppen- und Einzelübungen wird den KursteilnehmernInnen ein Einblick in die großen Zusammenhänge der Grundlagenarbeit gegeben.
Die TeilnehmerInnen werden dazu angeleitet, die Techniken sowohl an sich selbst zu erfahren als auch auf ihre Lerngruppen zu übertragen.

6. WE : Rollenstudium / Regiearbeit

Mit jeder TeilnehmerIn werden an diesem Wochenende kurze Rollenabschnitte intensiv erarbeitet, um die Situation, sich einer Figur anzunähern, am eigenen Körper zu erfahren und ein Gefühl dafür zu entwickeln, diese „ Ausnahmesituation “ mit in die eigene Theaterarbeit einfließen zu lassen.
Es werden verschiedene Methoden zur Erarbeitung einer Rolle angeboten, der Aufbau einer Szene, die Beziehungen der handelnden Figuren, und die Bedeutung von Raum und Zeit analysiert.
So werden anhand der eigenen Szenenarbeit Inszenierungsmöglichkeiten und Regiekonzepte offenbart, die es ermöglichen, eine Figur auf der Bühne mit Hilfe der individuellen Fähigkeiten lebendig werden zu lassen.

7. WE : Praxis-WE I

An diesem Wochenende wird die Umsetzung einer vorgegebenen Geschichte zu einem Theaterstück erprobt.
Hierzu gehören Themen wie: Umschreiben der Geschichte in eine spielbare Fassung, Entwicklung von Bühnenbild, Einsatz von Musik u.a.
Insbesondere die am 5. und 6. WE erarbeiteten Techniken kommen nun praktisch zum Einsatz.

8. WE : Praxis-WE II: Vertiefung und Präsentation der Ergebnisse

Die TeilnehmerInnen werden ihr selbständig entwickeltes Theaterstück am Sonntag um 17.00 Uhr im Freundes- und Bekanntenkreis aufführen.

V. Abschluß

Als Abschluß erhalten alle TeilnehmerInnen ein ausführliches Zertifikat, welches den inhaltlichen Verlauf der Fortbildung zum Ausdruck bringt.
DozentenInnen

  • Wilhelm Neu
    Theaterpädagoge (BuT), Schauspieler, Dipl. Sozialarbeiter
  • Gabriele Brüning
    Schauspielerin, Regisseurin, Theaterpädagogin
  • Anette Fritzen
    Theaterpädagogin, Dipl. Sozialpädagogin
  • Rike Voswinkel
    Theaterpädagogin, Soziologin M.A.
  • Christin Hüllsieck
    Theaterpädagogin(BuT), Sozialpädagogin

Der Konzept und die Anmeldung finden Sie hier zum Download. Konzept 19. Lehrerfortbildung 2017

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