Theaterspielen mit Kindern (3. Lehrgang)
Zielgruppe: Erzieher/innen und andere Interessierte, die überwiegend mit Kindern arbeiten.
Dauer: 6 WE im Zeitraum von 6 Monaten
I. Einführung
Verkleiden, schminken, singen, tanzen, sprechen, flüstern, schreien, sich verstellen und im Spiel jemand anderes sein – Kinder lieben Rollenspiele!
Wer mit Kindern nicht nur „aus dem Bauch heraus“ Theater spielen will, sondern das Theaterspiel als Methode gezielt in die Arbeit mit Kindern einbringen möchten, hat hier die Möglichkeit Grundlagen des Rollen- und Theaterspiels zu erlernen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Praxis.
Über einfache Aufwärm- und Darstellspiele, über Stimm- und Ausdrucksübungen soll das Theaterspiel entdeckt und ausprobiert werden.
Wie sich aus vorgegebenen oder selbst erfundenen Geschichten ein spannender lustbetonter Spielprozess entwickelt und ein Theaterstück entsteht, soll hier erfahren werden. Viele Tipps und Anregungen, was beim Theaterspiel mit Kindern zu beachten ist, runden das Angebot ab.
Was ist Theaterpädagogik und was bietet sie in der Arbeit mit Kindern?
Die Theaterpädagogik geht weit über das reine Nachspielen von Bilderbüchern, Geschichten ... hinaus. Elemente und Spiele aus der Theaterpädagogik bereichern den pädagogischen Alltag und müssen nicht immer auf die Bühne führen.
Mit theaterpädagogischen Elementen und Spielen
- können sich die Kinder im lustvollen Spiel selbst erkennen und Selbstbewusstsein tanken
- werden alle Sinne sensibilisiert
- kann jedes Kind seine individuellen Ausdrucksfähigkeiten entwickeln
- fällt es Kindern leicht, in die spielerische Darstellung und Improvisation zu gehen
- wird sowohl der Körper, als auch die Konzentration trainiert
- genießt jedes Kind ein pures Kreativitätstraining
- wird produktives Lernen gefördert
II. Ziele
Die Förderung persönlicher Ausdrucks- und Spielmöglichkeiten, die Erprobung und gedankliche Reflexion von Spielprozessen innerhalb einer Gruppe, die Planung und Anwendung spiel- und theaterpädagogischer Methoden und somit die Schulung eigener Spielleitungskompetenzen sind zentrale Fortbildungsziele.
Die TeilnehmerInnen lernen Theaterpädagogik im Kontext einer ganzheitlichen Bildung zu verstehen und Theaterarbeit als pädagogisch-ästhetische Ausdrucks- und Lernform auf ihren Arbeitsbereich anzuwenden.
III. Fortbildungsstruktur
Das Angebot umfaßt 6 Wochenenden mit insgesamt 80 Unterrichtsstunden.
Der Gesamtzeitraum erstreckt sich über 6 Monate.
Termine: Jeweils Samstag 10 - 17 Uhr und Sonntag 10 - 14 Uhr
1. WE :
„Bühne frei“ - Die Gruppe wird spielfähig
2. WE :
„Licht und Schatten“ – Der Einsatz von Technik im Theaterspiel
3. WE :
„Lodernde Flamme und winzige Glut“ – Improvisation, Tanz und Bewegung
4. WE :
„Du kriegst die Krone und ich das Schwert“ –
Vom Märchen zum Stück
5. WE :
„ … da sagte der Zwerg mit lauter Stimme …“ -
Die Spielleiterin spielt mit
6. WE :
„Das Stück“ -
Entwicklung eines kurzen Theaterstückes

Kosten: 510.- € / 450.- € erm. (auch in 6 Raten á x 85.- € / 75.- € zahlbar)
Achtung: Bildungsscheck beantragen?
IV. Fortbildungsinhalte
1. WE : „Bühne frei“ -
Die Gruppe wird spielfähig
Beginnen wird die Fortbildung mit einem kurzen theoretischen Teil, in dem grundsätzliche Informationen „rund ums Theaterspiel mit Kindern im Vorschulalter“ gegeben werden. Neben dem Kennen lernen der Gruppe, wird die eigene Ausdrucksstärke geschult.
Spiele und Übungen , die für Kinder einen großen Spaßfaktor, sowie einen hohen Darstellungscharakter beinhalten, werden praktisch erprobt. Hierzu gehören neben verschiedenen Warming Ups, einfache Übungen zur Körperarbeit, Gestik und Mimik, Konzentration und Kooperation, sowie Atem-, Stimm- und Sprachübungen.
2. WE : „Licht und Schatten“ – Der Einsatz von Technik im Theaterspiel
Natürlich geht´s auch ohne.
Der geschickte Einsatz von Licht kann jedoch die Wirkung des Spiels erheblich beeinflussen. Stimmungen können unterstützt und das Spiel kann durch Lichtwechsel gesteuert werden.
Durch den Einsatz von Schattenspiel und Projektionen lassen sich Ort- und Zeitwechsel schnell und effektiv gestalten.
Zudem bietet das Schattenspiel ängstlichen und scheuen SpielerInnen die Möglichkeit, sich zu „verstecken“ und doch und wirkungsvoll zu spielen.
3. WE : „Lodernde Flamme und winzige Glut“ – Improvisation, Tanz und Bewegung
Die Ausdrucksvielfalt des Tanzes und der Bewegung bieten sich an, den Ideenreichtum der Kinder kreativ umzusetzen.
Die kindliche Bewegungsfreude wird gestärkt und die eigenen körperlichen Ausdrucksmöglichkeiten werden erfahrbar.
Je jünger Kinder sind, desto weniger sollte sich ein Theaterstück auf die verbale Ebene beschränken.
Nicht zuletzt können Tänze und Bewegungen als gestalterische Elemente gezielt eingesetzt werden.
Tücher, Bänder, Stühle, Stäbe, Hüte ...können zu verschiedensten Bewegungen inspirieren - von der Improvisation zur Struktur – von der Struktur zur Improvisation.
4. WE : „Du kriegst die Krone und ich das Schwert“ –
Vom Märchen zum Stück
Kinder lieben Märchen und haben großen Spaß daran, die Märchenhandlung nachzuspielen.
Wer mit Kindern Theater spielen möchte, findet in Märchen eine wertvolle Vorlage.
Ausgewählte Szenen aus den beliebten Volksmärchen lassen sich mit Kindern ohne großen Aufwand in ein frei improvisiertes Stehgreifspiel umsetzen.
In diesem Fortbildungsblock kommt es darauf an, die Geschichten als Inspirationsquelle zu nutzen, um mit der Gruppe zu einem eigenen Stück zu gelangen.
Wir werden Spielübungen anwenden, die vielseitig, je nach Alter und Vorhaben übertragen werden können.
5. WE : „ … da sagte der Zwerg mit lauter Stimme …“ -
Die Spielleiterin spielt mit
Kinder im Vorschulalter haben große Schwierigkeiten, sich Abläufe, Texte, Bühnenauf- und Abgänge zu merken. Dagegen sind sie hervorragende und geübte Rollenspieler.
Das Improvisationstheater mit Kindern nutzt diese Fähigkeiten.
Die SpieleiterIn unterstützt dabei als ImpulsgeberIn die szenischen Abläufe, in dem sie auf der Bühne als Figur mitspielt und das Spiel aus ihrer Rolle heraus steuert. Zum Beispiel als KönigIn, erzählende Putzfrau, Hilfe suchendes Kaninchen.
6. WE : „Das Stück“ -
Entwicklung eines kurzen Theaterstückes
Zum Abschluss der Fortbildung wird die Fortbildungsgruppe ein kurzes Theaterstück entwickeln und einstudieren und dabei das Erlernte anwenden. Auf Wunsch können die TeilnehmerInnen mit diesem Stück auf „Tournee“ durch ihre Einrichtungen ziehen.
V. Abschluß
Als Abschluß erhalten alle TeilnehmerInnen ein ausführliches Zertifikat, welches den inhaltlichen Verlauf der Fortbildung zum Ausdruck bringt.
VI. DozentenInnen
- Wilhelm Neu
Theaterpädagoge, Schauspieler, Dipl. Sozialarbeiter - Anette Fritzen
Theaterpädagogin, Dipl. Sozialpädagogin, Erzieherin

